Hochbunker Rudolfstraße ( "FluKo-Bunker")

Rudolfstraße, 49080 Osnabrück

Abriss Fluko-Hochbunker Osnabrück

Abrissarbeiten am Fluko-Hochbunker Rudolfstraße in Osnabrück im Jahr 1988(?)

J. Behrens

Mit dem Bau des sogenannten FluKo-Hochbunkers an der Rudolfstraße wurde erst Anfang des Jahres 1944 im Auftrag der Luftwaffe begonnen. Primäres Ziel war die bombensichere Unterbringung von Einrichtungen des Flugwachkommandos (FluKo) Osnabrück, dessen benachbarter Sitz an der Koksche Straße bis zu diesem Zeitpunkt völlig unzureichend gegen Bombenangriffe geschützt war.

Aufgrund des Mangels an Baumaterial zogen sich die Bauarbeiten jedoch bis in das Jahr 1945 hin und wurden kurze Zeit später sogar komplett eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man erst die Eingangsbauwerke und zwei Stockwerke des Hochbunkers fertiggestellt. Wie viele weitere Stockwerke geplant waren ist bis Dato unklar.

Nachdem die Bunkeranlage von der Luftwaffe aufgegeben wurde, nahmen kurzerhand Anwohner aus der Nachbarschaft den Bunker, dessen Aussenwände eine Stärke von zwei Metern betragen haben soll, bei Fliegeralarm in Beschlag. Da allerdings die sichere Abschlussdecke fehlte, war der Bunker nur bedingt sicher gegen Bomben.

Noch bis Ende der 1980er Jahre stand der Hochbunker unvollendet inmitten der Wohnbebauung an der Rudolfstraße und entwickelte sich zunehmend zu einem Ärgernis für die Anwohner. Die Stadt suchte daher nach einer neuen Nutzung des Betonriesen und zog sogar in Betracht, den Bunker als Leitstelle des Katatrophenschutzes mit neuem Leben zu füllen. Doch die notwendigen Sanierungen wären zu teuer geworden, da die Zwischendecken zum Teil bereits einsturzgefährdet waren. So nahm man wieder Abstand von dem Vorhaben. 1985 sollte der Bunker dann begrünt werden, unter schnell wachsenden Plfanzen wollte die Stadt den alten Hochbunker "unsichtbar" machen. Hierfür wurde das Dach mit Erdreich bedeckt und bepflanzt. An den Aussenwänden sollten Efeu und wilder Wein die Betonfassade überwuchern. Wenige Jahre später wurde der Bunker aber letztlich doch abgerissen, um Platz für ein neues Wohnhaus zu machen.

Zuletzt bearbeitet am von Hauke Haubrock

Daten

Zusammenfassung

  • Bauherr
    Luftwaffe
  • Heutige Nutzung
    Wohnbebauung
  • Wandstärke
    2,00 Meter
  • Baubeginn
    1944
  • Inbetriebnahme
    wurde offiziell nie in Betrieb genommen, da er nicht vollendet wurde
  • Anlage ist noch erhalten
    nein
  • Anlage galt als relativ bombensicher
    nein

Lokalisierung

Standort des Objekts


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Fotoalben

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Informationsquellen

Dokumente, Nachweise, Sekundärquellen und Weblinks

Kriegs-Chronik - Register zu Band I bis VII - Anhänge, 1956
Verfasser / Urheber:
Möllmann
Datum:
1956
Anmerkungen:
Der Luftschutzbau in Osnabrück während des zweiten Weltkrieges (1939 / 1945)
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Grün soll Bunker unsichtbar machen, 09. Juli 1985
Verfasser / Urheber:
Neue Osnabrücker Zeitung
Datum:
09. Juli 1985
Downloads:

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Rekonstruktion Innenstadtkarte 1935, 1998
Verfasser / Urheber:
Vermessungsamt der Stadt Osnabrück / Lüssenheide
Datum:
1998
Anmerkungen:
Innenstadtkarte 1:2000
Stand 1935
Rekonstruktion durch das Vermessungsamt der Stadt Osnabrück
+ Ergänzungen Lüssenheide
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