Luftschutzstollen Hunteburger Weg / Bahnbetriebswerk "Kamerun"

Hunteburger Weg, 49086 Osnabrück

Luftaufnahme Bahnausbesserungswerk Kamerun 1945

Bildausschnitt einer US-Luftaufnahme von 1945. Am linken oberen Bildrand (hinter dem Lokschuppen) ist ein an den Hang angesetzter Flachbau zu erkennen. An dieser Stelle soll sich der bahnseitige Stolleneingang befunden haben. Ob der genannte Bau dem Bunker zugehörig war, ist allerdings noch unklar. Die ausgetretenen Pfade lassen jedenfalls die Vermutung zu, dass dieser Bereich häufig vom Bahnpersonal und Anwohnern genutzt wurde.

USAAF, unbekanntes Archiv, 1945

In Kooperation von Stadt und Reichsbahn wurde im Sommer 1943 mit dem Bau eines Luftschutzstollens am Hunteburger Weg begonnen. 2.000 Menschen sollten hier nach seiner Fertigstellung auf 500 Stollenmentern Schutz finden können.

Da die Osnabrücker Bahnanlagen in der Vergangenheit immer wieder Ziel britischer Bomber waren, galt das westlich der Straße angrenzende Bahnbetriebswerk "Kamerun" mit seiner umliegenden Wohnbebauung als besonders stark luftgefährdet. Bombensichere Luftschutzbunker hatte man hier bisher aber nicht errichtet, so dass die Planungen für den Bau des Stollenbunkers der Deutschen Reichsbahn sehr gelegen kamen. Die Bahn stellte daher ihrerseits Arbeitskräfte zur Verfügung, die gemeinsam mit den Arbeitern auf städtischer Seite die Bunkeranlage von zwei Seiten her erschlossen. Während oberhalb der Bremer Straße die Arbeiten über einen senkrechten Schacht bewältigt wurden, so grub man sich vom Bahnbetriebswerk her ebenerdig in den Schinkelberg.

Nach einem Jahr Bauzeit waren die Arbeiten im Sommer 1944 zwar noch nicht abgeschlossen, doch

war das Stollensystem zu dieser Zeit bereits voll betriebsfähig und wurde während der zunehmenden Zahl der Luftangriffe im Jahr 1944 immer wieder zum Lebensretter für unzählige Schutzsuchende aus dem Schinkel.

Zur Sicherung des unteren Eingangsbereichs, den es aufgrund seines ebenerdigen Zugangs besonders zu schützen galt, wurde unter großem Aufwand ein massives Schott am Stollenmundloch installiert. Die Schutztür bestand aus einer Ziegelmauer von 38cm Stärke, die aufgrund ihres Gewichts durch eine Achse gehalten werden musste, welche die Stärke einer Schiffswelle besessen haben soll.

Obwohl die Anlage bis Kriegsende offenbar nicht fertiggestellt wurde und nur etwa 160 Meter der Stollen vollendet waren, hielten sich bei den Angriffen der Jahre 1944 und 1945 im Bunkersystem bereits bis zu 1.500 Schutzsuchende auf.

Erst mit der Einnahme Osnabrücks durch britische Einheiten wurde die Bunkerbaustelle aufgegeben, später Stollen und Eingänge zugesprengt. Mitte der 1970er Jahre wurde der Luftschutzstollen erst wieder geöffnet und gesichert. Inwieweit die Anlage heute noch existiert ist noch unklar.

Daten

Zusammenfassung

  • Aufnahmekapazität (offiz. Planzahl)
    2.000 Personen
  • Bauherr
    Stadt Osnabrück, Deutsche Reichsbahn(?)
  • Baubeginn
    1943
  • Gesamtlänge (offiz. Planzahl)
    500 Meter
  • Gesamtlänge (offiz. erreicht)
    165 Meter
  • Aufnahmekapazität (errechnet)
    650 Personen
  • Inbetriebnahme
    1943
  • Anmerkungen zum Zustand
    unbekannt

Lokalisierung

Standort des Objekts


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Bilder

Fotos & Bildmaterial

  • Luftaufnahme Bahnausbesserungswerk Kamerun 1945

    Bildausschnitt einer US-Luftaufnahme von 1945. Am linken oberen Bildrand (hinter dem Lokschuppen) ist ein an den Hang angesetzter Flachbau zu erkennen. An dieser Stelle soll sich der bahnseitige Stolleneingang befunden haben. Ob der genannte Bau dem Bunker zugehörig war, ist allerdings noch unklar. Die ausgetretenen Pfade lassen jedenfalls die Vermutung zu, dass dieser Bereich häufig vom Bahnpersonal und Anwohnern genutzt wurde.

    USAAF, unbekanntes Archiv, 1945

Informationsquellen

Dokumente, Nachweise, Sekundärquellen und Weblinks

Nachweisung über LS.Bunker, LS.Stollen und Oeffentl. Luftschutzräume im Stadtgebiet Osnabrück, 09. November 1945
Verfasser / Urheber:
unbekannt
Datum:
09. November 1945
Anmerkungen:
Abschrift, 5 Seiten, datiert auf den 9.11.1945, Verfasser unbekannt (Möllmann?)
Downloads:

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Kriegs-Chronik - Register zu Band I bis VII - Anhänge, 1956
Verfasser / Urheber:
Möllmann
Datum:
1956
Anmerkungen:
Der Luftschutzbau in Osnabrück während des zweiten Weltkrieges (1939 / 1945)
Downloads:

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Bunker ausverkauft, 28. Januar 1961
Verfasser / Urheber:
Osnabrücker Tageblatt
Datum:
28. Januar 1961
Downloads:

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Schinkeler Geschichten, 1990
Verfasser / Urheber:
Bürgerverein Osnabrück-Schinkel von 1912 e.V.,
Datum:
1990
Kriegs-Chronik - Band VI - Juli 1944 bis Oktober 1944
Verfasser / Urheber:
Stadt Osnabrück
Anmerkungen:
Niedersächsisches Landesarchiv; NLA OS, Dep 3 b XV, Nr. 6
Zusammenstellung über gebaute L.S. Bunker & Stollen
Verfasser / Urheber:
unbekannt
Anmerkungen:
Tabellarische Auflistung der Hoch-Tief- und Stollenbunker in Osnabrück; undatiert, Schreibmaschine, 2 Seiten, Verfasser unbekannt

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