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Beiträge zum Thema Luftschutz und darüber hinaus

  1. von

    Ein Hochbunker am Osnabrücker Güterbahnhof?

    USAAF-Luftaufnahme zeigt ungewöhnliche "Plattform" am Ringlokschuppen

    Existierte am Güterbahnhof noch ein weiterer Luftschutzbunker? Luftaufnahmen aus dem Jahr 1945 verleihen dieser Frage jetzt neuen Nachdruck, aber leider keine eindeutige Antwort.

    Auf den diesem Artikel beigefügten Bildausschnitten US-amerikanischer Luftaufnahmen ist ein in den Erdboden eingelassenes Bauwerk mit flacher Oberseite - allem Anschein nach eine Plattform aus Beton - zu erkennen, welches irgendwie nicht so recht ins Bild passen will. Es befindet oder befand sich zwischen der südlichen der beiden Drehscheiben des Ringlokschuppens und der Abfertigungshalle im Osnabrücker Güterbahnhof. Die Aussenmaße des Objekts betragen etwa 25x15 Meter.

    Zunächst könnte man es für ein Fundament des ehemaligen Ringlokschuppens halten, welcher ja im...

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  2. von

    Rüstungsbetrieb Klöckner produzierte auch für den Luftschutz

    Klöckner-Werke Osnabrück lieferte Bauteile für Schutzräume und Luftschutzzellen

    Kaum ein Unternehmen in Osnabrück hatte durch den Bombenkrieg so immense Schäden zu verzeichnen wie das Werk Osnabrück der Klöckner-Werke AG. Als kriegswichtiger Rüstungsbetrieb, gelegen in unmittelbarer Nähe des markanten Eisenbahnkreuzes und des Güterbahnhofs, war das Stahlwerk schon sehr früh Hauptziel alliierter Luftangriffe gegen die Hasestadt. Dies zeigte sich bereits mit Beginn der Luftangriffe auf Osnabrück am 23. Juni und 3. Juli 1940, bei denen die ersten vier Osnabrücker Bombenopfer zu beklagen waren, es waren allesamt Mitarbeiter der Klöckner-Werke Osnabrück.

    Zur dieser frühen Phase des Krieges im Sommer 1940 war die Stadt Osnabrück auf Angriffe aus der Luft nur unzureichend vorbereitet. Auch wenn es sich zu Beginn der...

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  3. von

    Der letzte Luftangriff: Die Katastrophe vom Palmsonntag 1945

    Augenzeugin schrieb uns ihre Erlebnisse im Luftschutzstollen Brinkstraße nieder

    Es war eine der schlimmsten Katastrophen des Bombenkriegs in Osnabrück: Am Palmsonntag, dem 25. März 1945, flog die alliierte Luftwaffe einen schweren Angriff auf Osnabrück. Es war der 79. und zugleich letzte, der aus der Luft gegen die Hasestadt geführt wurde. Die westalliierten Bodentruppen hatten sich der Stadt zu diesem Zeitpunkt durch ihren keilförmigen Vorstoß über Wesel und Haltern bereits auf etwa 100 Kilometer genähert und es war nur eine Frage von Tagen, bis sie auch Osnabrück erreichen würden. Täglich, oftmals mehrfach am Tag, war jetzt Alarm. Zumeist aber flogen die Bomber weiter in Richtung Berlin oder Ruhrgebiet. Als am Sonntagmorgen gegen 8:30 Uhr die letzten noch betriebsbereiten Sirenen der Stadt erneut aufheulten, war die...

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  4. von

    Klöckner: Dritten Hochbunker nachgewiesen

    Klöckner-Werke bauten noch in den letzten Kriegsmonaten Bunker

    Manchmal braucht man einfach mal etwas Ruhe und Geduld beim Recherchieren und insbesondere beim Studieren alter Luftaufnahmen. Gestern Abend hatte ich nach der Onlinestellung der neuen Webseite endlich mal wieder diese Ruhe, mich einigen alten Fotos zu widmen.

    Ganz oben auf meiner gestrigen Agenda stand eine Luftaufnahme der USAAF aus dem Jahr 1945, auf welcher der westliche Bereich des Klöckner-Geländes zu erkennen ist. Durch dieses Foto hatten wir bereits mehrere Bunker in und um das Werk nachweisen können, die in keinem bisher bekannten Dokument Erwähnung fanden.

    Ursprünglich wollte ich die Aufnahme mit Bildern einer Flak-Stellung abgleichen, die sich auf dem Werksgelände befand, doch während der Betrachtung des Fotos entdeckte ich...

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  5. von

    Absturz am Stahlwerksplatz - Die Tragödie der Wellington B.IC P9242

    Sechs Tote nach Flakbeschuss in der Nacht vom 18. auf den 19. September 1940 über Osnabrück

    Es war der erste militärische Erfolg der Luftverteidigung in Osnabrück und zugleich der tragische Tod sechs britischer Soldaten: In der Nacht vom 18. auf den 19. September 1940 starben die Soldaten Michael C.A. Linden, Maurice E.L. Wood, Harold E. Smart, Thomas Watson, Douglils T. Heard und Victor Beverley beim Absturz ihres Bombers über Osnabrück.

    Bei der Maschine handelte es sich um einen zweimotorigen Bomber des Typs Vickers Wellington B.IC mit der Kennung P9242 LN-B, welcher unter dem Kommando von Flight Lieutenant Colin Gilbert bereits an mehreren Angriffen gegen deutsche Ziele teilgenommen hatte, so unter Anderem auch beim Angriff am ersten Mai 1940 auf einen Flughafen bei Stavanger im von Deutschen besetzten Norwegen. Doch musste...

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  6. von

    Gertrudenberger Höhlen Osnabrück: Unterschriftenaktion gestartet

    Letzte Chance auf Rettung der Osnabrücker Höhlen?

    Der Bund möchte die denkmalgeschützten Gertrudenberger Höhlen mit Zementschlämmen verfüllen und sie damit endgültig dicht machen. Entsprechende Mitteilungen waren in den vergangenen Wochen durch die Tageszeitungen gegangen. Die Begründung, die Höhlen wären akut einsturzgefährdet, erscheint jedoch nicht nur den Vorsitzenden des Vereins Gertudenberger Höhlen mehr als fadenscheinlich. Zwei der drei Grundstückseigentümer (Ameos, privat) haben dem Verfüllen bereits zugestimmt. Einzig die Stadt Osnabrück als dritter Teilhaber zögert (zum Glück) noch mit der Zustimmung.

    Um die Höhlen vor ihrer endgültigen Verfüllung zu bewahren und sie als Teil der Osnabrücker Kulturlandschaft zu erhalten, hat der Verein nun eine Unterschriftenaktion gestartet. ...

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  7. von

    Augenzeuge der Bunker-Katastrophe am Brunnenweg gesucht!

    Tochter des Überlebenden Alfred Rose sucht seinen damaligen Schicksalsgenossen

    Mit einer bewegenden Geschichte wandte sich vor einigen Tagen die Tochter eines Überlebenden der Bunkerkatastrophe am Brunnenweg an uns, mit der Bitte sie bei der Suche nach einem weiteren Überlebenden zu unterstützen. Immer wieder berichtete Ihr Vater Alfred Rose zu Lebzeiten von den Ereignissen an diesem Tag, den er nur durch ungeheures Glück überlebte.

    Als am Nachmittag des 13. Mai 1944 in einem Deckungsgraben am damaligen Brunnenweg - heute Carl-Legien-Straße - 101 Menschen durch den Volltreffer einer Fliegerbombe ums Leben kamen, befanden sich Alfred Rose gemeinsam mit einem kleinen Jungen an einer der Gasschleusen des Schutzbaus. Eine glückliche Fügung, denn der verwinkelte Eingangsbereich ausserhalb des Deckungsgrabens rettete ihnen...

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  8. von

    Zeitzeugen erzählen: Flakhelfer Harry Rohlfs

    Ehemaliger Luftwaffenhelfer über seinen Dienst bei der Flak in Osnabrück

    Harry Rohlfs, Jahrgang 1926, war vom 5.1.1944 bis März 1945 Luftwaffenhelfer in Osnabrück. Während seiner Dienstzeit wechselte seine Abteilung mehrfach den Einsatzort; ausgebildet in der Flak-Stellung Wellmann auf dem Schinkelberg, musste er unter Anderem auch auf dem Kalkhügel und dem Sonnenhügel seinen Dienst an den Ortungsgeräten und schweren 8,8cm-Geschützen leisten. Er erlebte und überlebte diverse Luftangriffe auf Osnabrück und musste auch bei Lösch- und Instandsetzungsarbeiten in der Stadt mit anpacken.

    Rohlfs konnte uns bereits in der Vergangenheit viele wichtige Informationen und Bildmaterial zur Verfügung stellen und ist nach wie vor ein sehr wichtiger Ansprechpartner und glaubwürdiger Zeitzeuge. Einen der Berichte, die er uns im...

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  9. von

    Teile eines ehemaligen Deckungsgrabens in der Wüste entdeckt

    Woher stammen diese Trümmer?

    Im Osnabrücker Stadtteil Wüste, unweit des Nordhauswegs, finden sich im Unterholz diverse Trümmer eisenverstärkten Betons, bei denen es sich um Überreste eines ehemaligen Deckungsgrabens handelt. Diese Art von Bauteilen findet sich vielfach in den noch heute existenten Deckungsgräben im Raum Osnabrück.

    Die Trümmer am Nordhausweg geben insofern Rätsel auf, als dass sie nur bruchstückhaft vorhanden sind und keinen Aufschluss über die Herkunft geben. Möglicherweise handelt es sich aber um Reste eines privat errichteten Deckungsgrabens am Hörner Weg 37. Dort soll eine LS-Anlage für 25 Personen existiert haben. Der Hörner Weg verlief zu Kriegszeiten noch vom Blumenhaller Weg entlang der heutigen Alfred-Delp-Straße hinüber bis zu Große Nordhaus...

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  10. von

    "Nur 14 Minuten" - Ausstellung zum Luftangriff des 13. September 1944

    Sonderausstellung zum Jahrestag des 35. Luftangriffs auf Osnabrück im Rathaus

    Am morgigen Samstag, dem 13. September, jährt sich zum 70. Mal eines der schlimmsten Ereignisse der Osnabrücker Stadtgeschichte. An diesem verhängnisvollen Mittwoch im Jahr 1944 griffen am frühen Abend 300 britische Bomber die Stadt Osnabrück an und zerstörten große Teile der historischen Altstadt und des Bahnhofsviertels. Der Angriff forderte 145 Menschenleben und veränderte das Antlitz der Stadt binnen 14 Minuten für immer.

    Zu diesem Anlass zeigt die Stadt Osnabrück ab morgen im 2. Obergeschoss des altehrwürdigen Rathauses eine Sonderausstellung zu den Ereignissen vor 70 Jahren. Unter dem Titel "Nur 14 Minuten" können Besucher "einen intensiven Einblick" in die Geschehnisse dieser Tage erlangen.

    Die Ausstellung kann während der...

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