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Beiträge zum Thema Luftschutz und darüber hinaus

  1. von

    Zeitzeugen erzählen: Flakhelfer Harry Rohlfs

    Ehemaliger Luftwaffenhelfer über seinen Dienst bei der Flak in Osnabrück

    Harry Rohlfs, Jahrgang 1926, war vom 5.1.1944 bis März 1945 Luftwaffenhelfer in Osnabrück. Während seiner Dienstzeit wechselte seine Abteilung mehrfach den Einsatzort; ausgebildet in der Flak-Stellung Wellmann auf dem Schinkelberg, musste er unter Anderem auch auf dem Kalkhügel und dem Sonnenhügel seinen Dienst an den Ortungsgeräten und schweren 8,8cm-Geschützen leisten. Er erlebte und überlebte diverse Luftangriffe auf Osnabrück und musste auch bei Lösch- und Instandsetzungsarbeiten in der Stadt mit anpacken.

    Rohlfs konnte uns bereits in der Vergangenheit viele wichtige Informationen und Bildmaterial zur Verfügung stellen und ist nach wie vor ein sehr wichtiger Ansprechpartner und glaubwürdiger Zeitzeuge. Einen der Berichte, die er uns im...

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  2. von

    Teile eines ehemaligen Deckungsgrabens in der Wüste entdeckt

    Woher stammen diese Trümmer?

    Im Osnabrücker Stadtteil Wüste, unweit des Nordhauswegs, finden sich im Unterholz diverse Trümmer eisenverstärkten Betons, bei denen es sich um Überreste eines ehemaligen Deckungsgrabens handelt. Diese Art von Bauteilen findet sich vielfach in den noch heute existenten Deckungsgräben im Raum Osnabrück.

    Die Trümmer am Nordhausweg geben insofern Rätsel auf, als dass sie nur bruchstückhaft vorhanden sind und keinen Aufschluss über die Herkunft geben. Möglicherweise handelt es sich aber um Reste eines privat errichteten Deckungsgrabens am Hörner Weg 37. Dort soll eine LS-Anlage für 25 Personen existiert haben. Der Hörner Weg verlief zu Kriegszeiten noch vom Blumenhaller Weg entlang der heutigen Alfred-Delp-Straße hinüber bis zu Große Nordhaus...

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  3. von

    "Nur 14 Minuten" - Ausstellung zum Luftangriff des 13. September 1944

    Sonderausstellung zum Jahrestag des 35. Luftangriffs auf Osnabrück im Rathaus

    Am morgigen Samstag, dem 13. September, jährt sich zum 70. Mal eines der schlimmsten Ereignisse der Osnabrücker Stadtgeschichte. An diesem verhängnisvollen Mittwoch im Jahr 1944 griffen am frühen Abend 300 britische Bomber die Stadt Osnabrück an und zerstörten große Teile der historischen Altstadt und des Bahnhofsviertels. Der Angriff forderte 145 Menschenleben und veränderte das Antlitz der Stadt binnen 14 Minuten für immer.

    Zu diesem Anlass zeigt die Stadt Osnabrück ab morgen im 2. Obergeschoss des altehrwürdigen Rathauses eine Sonderausstellung zu den Ereignissen vor 70 Jahren. Unter dem Titel "Nur 14 Minuten" können Besucher "einen intensiven Einblick" in die Geschehnisse dieser Tage erlangen.

    Die Ausstellung kann während der...

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  4. von

    Quakenbrück und der "Schwarze Karsamstag" 1944

    Alliierter Luftangriff am 8. April 1944 zerstörte große Teile des Fliegerhorstes und der Stadt

    Der 8. April 1944 ging in Quakenbrück als "Schwarzer Karsamstag" in die Geschichte ein. An jenem Samstag griffen alliierte Luftstreitkräfte den Fliegerhorst ALG B-109 Quakenbrück mit Tarnnamen "Quadrat" an und richteten schwere Schäden an.

    Der Fliegerhorst im nördlichsten Zipfel des Landkreises Osnabrück war bereits zuvor mehrfach von alliierten Flugzeugen heimgesucht worden, doch der Angriff vom April 1944 war der schwerste in der Geschichte des 1935 gegründeten Fliegerhorsts. Besondere Bedeutung erhielt der Flugplatz aufgrund seiner großen Flugzeugwerft, in welcher Flugzeuge der benachbarten Fliegerhorste und Einsatzhäfen repariert und instandgesetzt wurden. Obwohl die Werft ab 1943 nur noch mit einer Rumpfmannschaft besetzt war, weil...

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  5. von

    Am Sonntag ist Tag des offenen Denkmals in der Villa Schlikker

    Ehemalige Parteizentrale der NSDAP in Osnabrück ist frei zugänglich

    Am kommenden Sonntag ist Tag des offenen Denkmals in Osnabrück. In diesem Jahr sind die Türen der Villa Schlikker von 11 bis 18 Uhr kostenlos für Interessierte geöffnet. Das Gebäude beherbergte bis 1945 die Osnabrücker Parteizentrale der NSDAP und wird daher heute auch "Braunes Haus" oder "Hitlerhaus" genannt. Um 15:00 Uhr findet eine kostenlose Führung durch das Haus statt, bei welcher die Geschichte der Villa erläutert wird.

    Ein Besuch lohnt sich auch für Luftschutz-Interessierte, denn im Keller der Villa ist noch heute ein Relikt aus der Zeit des NS-Regimes erhalten geblieben, ein ehemaliger Luftschutzraum aus den Anfängen des 2. Weltkriegs, der zudem eine kleine Ausstellung des Kulturhistorischen Museums zum Thema Luftschutz und...

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  6. von

    Luftschutzstollen Schledehauser Weg - Wer besitzt nähere Informationen?

    Stollenbunker wurde 2010 verfüllt - kaum Informationen über Bauphase

    Der Luftschutzstollen am Schledehauser Weg ist seit der Verfüllung im Jahr 2010 endgültig Geschichte. Aufgrund akuter Einsturzgefahr musste der Bunker im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit Beton verfüllt und der erst in den 1980ern wieder freigeräumte Zugang abgerissen werden.

    Über den Bunker selbst liegen leider kaum Informationen vor. Überliefert ist nur, dass mit dem Bau des Stollens im Jahr 1943 begonnen worden sei und dass er über mindestens zwei Zugänge verfügt habe. Einer der Zugänge befand sich gut sichtbar im Erdhang am Nordrand des Sportplatzes (heute Neubaugebiet) zwischen Schledehauser Weg und Stadtweg. Das Stollensystem wird sich daher in Richtung heutiger Waldschule erstreckt haben, wo auch der zweite Zugang...

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  7. von

    Die Flak in Osnabrück - Teil 4: Dem Ende entgegen

    Die Flakgruppe Osnabrück von September 1944 bis Kriegsende

    (Fortsetzung von Teil 3) Der Spätsommer des Jahres 1944 war erneut von diversen Umstrukturierungen innerhalb der Flakgruppe geprägt. So wurden im September des Jahres 1944 vier der in Osnabrück aufgestellten Heimat-Flak-Batterien den militärischen Stäben der Flak-Abteilungen 743 und 876 unterstellt. In diesem Monat sind in Osnabrück zudem nur noch drei Flak-Abteilungen vermerkt. Diese stellten sich wie folgt zusammen:

    schwere Flak-Abteilung 273 - Stab mit 6 Batterien (3.-8. Batterie) leichte Flak-Abteilung 743 - Stab mit 12 Batterien (1.-5. Batterie, Heimat-Flak-Batterien 39./XI, 80./XI, Alarm-Flak-Batterien 46./XI, 52./XI, 4. Batterie der Abteilung 762, 5. Batterie der Abteilung 844, 3. Batterie der Abteilung 871) leichte...

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  8. von

    Die Flak in Osnabrück - Teil 3: Zivilisten an der "Heimat-Flak"

    Das letzte Mittel: Schaffung von Alarm-Flak- und Heimat-Flak-Batterien in Osnabrück

    (Fortsetzung von Teil 2) Aufgrund des sich weiter zuspitzenden Personalmangels bei der Luftwaffe und den seit Dezember 1943 wieder massiv einsetzenden Luftangriffe gegen Osnabrück war man im April 1944 dazu übergegangen sogenannte Alarm-Flak-Batterien aus Freiwilligen aufzustellen. Eine entsprechende Genehmigung lag hierfür bereits seit 1942 vor. Diese Einheiten formierten sich weitestgehend aus freiwilligem, jedoch militärisch ungelerntem Zivilpersonal der örtlichen Betriebe und Schülern bis zum Jahrgang 1928. Als Flakhelfer dienten alsbald auch ausländische "Hiwis" (Hilfswillige), zumeist russische Kriegsgefangene, die vorwiegend als Ladekanoniere eingesetzt wurden. Die Freiwilligen-Batterien befanden sich in der Regel in unmittelbarer...

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  9. von

    Die Flak in Osnabrück - Teil 2: Aufbau der Flakgruppe Osnabrück

    Die Flugabwehr in Osnabrück von 1942 bis Ende 1943

    (Fortsetzung von Teil 1) Im Juli 1942 übernahm die Reserve-Flak-Abteilung 644 mit vormals fünf Batterien die Aufgaben im Regierungsbezirk Osnabrück und löste damit die Flak-Abteilung 766 ab. Noch im selben Monat wurde die Reserve-Abteilung 644 in "schwere Flak-Abteilung 644" umbenannt und war fortan mit drei schweren Batterien für den Schutz der Stadt abgestellt. Als Ergänzung wurden im August fünf Batterien der leichten Flak-Abteilung 743 nach Osnabrück verlegt, welche dort auch weitestgehend bis Dezember 1944 verblieben.

    Die zwei leichten Batterien 4 und 5 der 644. wurden als erste und zweite Batterie der Abteilung 739 (Köln) im September 1942 an die ukrainische Halbinsel Krim verlegt. Doch auch die verbliebenen Einheiten der Abteilung...

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  10. von

    Lächeln für die Kamera: Wo entstand diese Aufnahme?

    Altes Foto aus Osnabrück zeigt Aufenthalt in einem Luftschutzbunker

    In einem unterirdischen Luftschutzraum in Osnabrück. Wann und wo genau diese Aufnahme (s. Bild links) enstand, ist leider unklar. Es könnte sich hierbei um eine frühe Version eines geschlossenen Splitter- bzw. Deckungsgrabens handeln. Dafür spricht unter Anderem die Gewölbeabsteifung durch einfache Rundhölzer, eine zu Beginn des Kriegs übliche Bauweise für Deckungsgräben. Auch das rechts aus der Wand ragende Objekt, offenbar ein Tonrohr für die Entlüftung, deutet auf einen LS-Deckungsgraben hin. Da der genaue Aufnahmestandort des Bildes leider unbekannt ist, bleibt die Zuordnung zu einer bestimmten Anlage aber bis auf Weiteres offen. Wer nähere Informationen zu dem Foto besitzen sollte, kann sich gerne über das Kontaktformular oder per...

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