Bunkeraufbrüche: Ein leidiges Thema in Osnabrück

Erneuter Einbruch in das Stollensystem an der Feldstraße

Aufgebrochenes Türschloss Stollenbunker Feldstraße

Nicht der erste Aufbruch: Völlig zerstörtes Türschloss am Stollenbunker Feldstraße

Haubrock, 2015

Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde der Stollenbunker an der Feldstraße aufgebrochen. Kürzlich mussten bereits die Schließzylinder gewechselt werden, weil ein weiterer versuchter Einbruch misslang, die Schlösser aber hinüber waren. Abgesehen davon, dass hierdurch für uns Kosten und Arbeit entstehen, ist dies ein echt leidiges Thema geworden, nicht nur für uns. Bereits letztes Jahr hatte es offenbar gleich mehrfach Aufbrüche dieser Art in Osnabrück gegeben. Die NOZ berichtete darüber und Feuerwehr wie auch Polizei sind von diesen Aktionen gelinde gesagt nicht begeistert.

Doch diese Auf- bzw. Einbrüche sind nicht nur lästig, sondern auch strafbar, wie allgemeinhin bekannt sein sollte. Abgesehen von der Tat an sich ist es auch mehr als fahrlässig die Bunker nach so einer Aktion geöffnet und für jedermann zugänglich zurückzulassen. Immerhin gibt es durchaus auch Gefahrenstellen in solchen alten Bunkeranlagen, von fehlender Beleuchtung ganz zu schweigen. Wir für unseren Teil könnten es jedenfalls nicht verantworten, wenn ein Kind von Abenteuerlust getrieben in einen solchen Bunker gelangt und dort verunglückt. Sollte man vielleicht auch einmal drüber nachdenken.

Natürlich würden wir uns die vielen für die Öffentlichkeit verschlossenen Objekte auch gerne einmal ansehen. Bei Aktionen wie der jetzigen kann man allerdings Verständnis dafür entwickeln, dass die Stadt Osnabrück sich in dieser Hinsicht nicht sonderlich kooperativ zeigt. Allerdings darf wohl bezweifelt werden, dass bei diesen Menschen, die Bunkeranlagen aufhebeln, um ins Innere zu gelangen, ein ernsthaftes Interesse an der Geschichte dieser Anlagen besteht. Es scheint sich wohl eher um Abenteuerlust zu handeln. Gut, jeder hat seine Hobbies und das Recht diese auszuleben, aber sobald gesetzliche Grenzen so weit überschritten werden, ist eben schnell mal das Maß voll. Und nein, Nazi-Gold oder Teile des Bernsteinzimmers werdet Ihr in den Osnabrücker Bunkern auch nicht finden.

Aber zurück zur Feldstraße. Auch wenn es am Bunker zur Zeit so aussieht, als wäre das Gelände verwaist, dem ist nicht so. Wir sind regelmäßig vor Ort um nach dem Rechten zu sehen. Wie sich nun wieder bestätigt hat leider aus gutem Grund. Also liebe Leute, lasst es doch bitte einfach sein, insbesondere am Kalkhügel. Dort ist wahrlich nichts wertvolles zu holen, wie Ihr ja vermutlich gesehen habt. Wenn Ihr dort hinein wollt, meldet Euch. Zur Zeit ist es nur einfach nicht möglich, die Absperrungen stehen dort ja nicht ohne Grund. Morgen müssen wir die Türen zu allem Überfluss auch noch mit einem stillen Alarm ausstatten, damit diese Aktionen zukünftig vielleicht unterbunden werden können. Schade, dass es soweit kommen musste.

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