Deckungsgraben Augustaschacht / Zur Hüggelschlucht I

Zur Hüggelschlucht, 49205 Hasbergen

Dieser ehemalige LS-Deckungsgraben befindet sich auf dem Gelände des Augustaschachts in Ohrbeck, welches seit 1944 ein Arbeitserziehungslager ("AEL") der Gestapo beheimatete. Das Bauwerk wurde - wie auch der benachbarte Deckungsgraben - an den angrenzenden Bahndamm der Hüttenbahn angesetzt und in weiten Teilen aus genormten Fertigbetonteilen zusammengesetzt. Es besteht aus einem nur bedingt splittersicheren Eingangsbereich, einem ca. 8m langen Gang und einem Notausstiegsschacht. Insgesamt wurde die Anlage sehr einfach konstruiert. Weder finden sich hier heute Hinweise auf eine Gasschleuse, noch wurde der Notausstieg als separater und von innen abriegelbarer Schacht ausgeführt. Obwohl für den Bau des Deckungsgrabens weitestgehend die bereits erwähnten Betonplatten genutzt wurden, so ist der Eingangsbereich, der Notausstieg wie auch die dem Bahndamm zugewandte Flanke des Grabens mit Ziegel- bzw. Hüttensteinen errichtet worden. Ungewöhnlich ist, dass der Zugang hier ebenerdig erfolgt.

Über das genaue Baujahr und das Fassungsvermögen sind bisher keine genauen Informationen bekannt. Der Deckungsgraben dürfte aber etwa 30 Personen Schutz geboten haben. Da das Areal um den Augustaschacht bereits vor der Übernahme durch die Gestapo als Außenlager des STALAG VI C (Bathorn, Münster) genutzt wurde, könnten die beiden Gräben bereits existiert haben, als die Gestapo das Gelände übernahm. Da die Fertigbetonelemente erst seit 1943 in großen Stückzahlen zum Einsatz kamen, dürften die Deckungsgräben zwischen 1943 und 1944 entstanden sein. Ob die Gestapo die beiden Schutzbauten allerdings überhaupt für den Luftschutz genutzt hatte, bleibt fraglich. In einer Zeitzeugenaussage in dem Buch "Das Arbeitserziehungslager Ohrbeck bei Osnabrück" wird erwähnt, dass die "Bunker" am Bahndamm unter Anderem zum Lagern von Kartoffeln und Gemüse genutzt wurden.

Die auf den beigefügten Fotos ersichtliche Öffnung auf halber Länge des Grabens ist vermutlich einer Umnutzung aus der Nachkriegszeit geschuldet. Man erkennt bei genauerer Betrachtung der Öffnung, dass dort nachträglich Betonplatten entfernt wurden, um einen Durchgang zu schaffen. Warum dies geschah, ist unklar.

Zuletzt bearbeitet am von Hauke Haubrock

Daten

Zusammenfassung

  • Baubeginn
    nach 1942
  • Bauherr
    Klöckner-Werke Georgsmarienhütte AG (?)
  • Baumaterial
    Fertigbetonteile, Ziegelsteine
  • Wandstärke
    0,08 Meter
  • Deckenstärke
    0,12 Meter
    Anmerkungen: zzgl. Stampfbetondecke
  • Aufnahmekapazität (errechnet)
    30 Personen
    Anmerkungen: Schätzwert
  • Heutige Nutzung
    Ungenutzt, Teil der Gedenkstätte Augustaschacht
  • Anlage ist noch erhalten
    ja
  • Anlage galt als relativ bombensicher
    nein

Lokalisierung

Standort des Objekts

Anmerkungen zum Standort:

Die hier bereitgestellten Standortangaben dienen lediglich der Dokumentation.
Viele Objekte befinden sich auf Firmen- oder Privatgrundstücken und sollten ohne Rücksprache mit den entsprechenden Eigentümern weder betreten noch fotografiert werden.

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