Deckungsgraben Corsicaskamp

Corsicaskamp, 49076 Osnabrück

Ausschnitt Stadtplan Osnabrück 1948

Ausschnitt aus dem Plan der Stadt Osnabrück aus dem Jahr 1948. Quer durchs Bild verläuft von Oben nach Unten der Corsicaskamp und mündet dort in der Gutenbergstraße. Auf der hier im Plan verzeichneten und noch heute vorhandenen Grünfläche muss sich damals der Deckungsgraben befunden haben.

Städt. Vermessungsamt Osnabrück, 1948

Der ehemalige Luftschutz-Deckungsgraben Corsicaskamp (damals auch „Corsikas-Kamp“) wurde im Auftrag der Stadt für die umliegende Anliegerschaft errichtet und bot Platz für 100 Personen. Wann genau die Anlage gebaut wurde ist noch unklar. Wir vermuten, dass der Bunker-Ersatzbau erst um das Jahr 1943 fertiggestellt wurde.

Als Baumaterial dienten offenbar massive Betonplatten, das Eingangsbauwerk wurde zudem mit Ziegelsteinmauerwerk verkleidet und mit Eisenträgern verstärkt. Dies legt zumindest ein bebilderter Zeitungsartikel des Osnabrücker Tageblatts aus dem Jahr 1951 nahe, in dem von großen Betonplatten die Rede ist.

Dem Artikel ist weiterhin zu entnehmen, dass im Jahr 1950 Sprengversuche stattfanden, welche die Anlage zwar in eine instabile Lage brachten, den Schutzbau aber nicht gänzlich in sich zusammenbrechen ließ. Die Trümmer des Schutzbaus wurden danach überraschender Weise nicht abgetragen und einfach vor Ort vergessen, so dass die Kinder aus der Nachbarschaft den „Bunker“ alsbald als neuen Abenteuerspielplatz erkoren, sehr zum Unmut ihrer Eltern. Dass die Sorgen der Erwachsenen berechtigt waren zeigte sich, als der Schutzbau eines Tages ohne Vorwarnung in sich zusammenbrach. Dass hierbei keine der dort spielenden Kinder verunglückten, kann man als reines Glück bezeichnen.

Kurz nach dieser Beinahe-Katastrophe wurden die Trümmer des Schutzbau vermutlich endgültig entfernt bzw. zugeschüttet. Ob noch heute Teile des Bauwerks im Erdreich vorhanden sind, ist unklar. Der angegebene Standort ist übrigens die von uns vermutete Lage des Deckungsgrabens. Nähere Informationen liegen bis Dato nicht vor.

Daten

Zusammenfassung

  • Bauherr
    Stadt Osnabrück
  • Baubeginn
    vermutlich 1943
  • Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
    100 Personen
  • Anlage galt als relativ bombensicher
    nein
  • Anlage ist noch erhalten
    nein
  • Baumaterial
    Eisenbetonplatten, Ziegelsteinmauerwerk, Eisenträger

Lokalisierung

Standort des Objekts


Anmerkungen zur Markierung: Vermuteter ehemaliger Standort

Anmerkungen zum Standort: Die hier bereitgestellten Standortangaben dienen lediglich der Dokumentation.
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Bilder

Fotos & Bildmaterial

  • Ausschnitt Stadtplan Osnabrück 1948

    Ausschnitt aus dem Plan der Stadt Osnabrück aus dem Jahr 1948. Quer durchs Bild verläuft von Oben nach Unten der Corsicaskamp und mündet dort in der Gutenbergstraße. Auf der hier im Plan verzeichneten und noch heute vorhandenen Grünfläche muss sich damals der Deckungsgraben befunden haben.

    Städt. Vermessungsamt Osnabrück, 1948

Informationsquellen

Dokumente, Nachweise, Sekundärquellen und Weblinks

Das Ende eines Bunkers, 29. Juni 1951
Verfasser / Urheber:
Osnabrücker Tageblatt
Datum:
29. Juni 1951
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