Deckungsgraben Rheiner Landstraße / Krematorium

Rheiner Landstraße, 49078 Osnabrück

Der Luftschutz-Deckungsgraben am Krematorium an der Rheiner Landstraße soll offiziell 80 Personen Schutz geboten haben. Andere Quellen sprechen von bis zu 400 Personen, die sich dort "zu versammeln pflegten". Offiziell galt die Anlage als sogenannter Ausweich- oder Ersatz-Schutzraum für Passanten und Personal der Straßenbahn, welche damals noch bis vor die Tore des Heger Friedhofs fuhr.

Als Standort für das Bauvorhaben hatte man eine alte Sandgrube hinter dem alten Krematorium des Heger Friedhofs gewählt, wo der Schutzbau im Jahr 1943 aus standardisierten Fertigbetonteilen zusammengesetzt wurde. Zur zusätzlichen Sicherung schuf die Stadt Osnabrück im weiteren Kriegsverlauf große Massen an Gesteinsschutt heran, welche zuvor aus dem Luftschutzstollen am Wiener Wall gefördert und als zusätzliche Panzerung auf die Decke des Deckungsgrabens abgekippt worden sein sollen. Der Schutzbau soll danach als relativ sicher gegolten haben. Wie stark die Überdeckung letztlich ausfiel, ist aber unbekannt.

Der Verbleib der Anlage nach dem 2. Weltkrieg konnte bisher nicht vollständig geklärt werden. Am vermuteten Standort befindet sich heute ein Regenrückhaltebecken. Bei dem Aushub des Beckens wurden im Jahr 2012 diverse Betonteile ans Tageslicht befördert, die allem Anschein nach Bauteile des ehemaligen Deckungsgrabens gewesen sind. Form und Stärke der Trümmer sowie die erkennbare Bewehrung sprechen jedenfalls für genormte Bauteile, die für den Deckungsgrabenbau genutzt wurden.

Daten

Zusammenfassung

  • Bauherr
    Stadt Osnabrück (auf Weisung des Luftschutzamts)
  • Baumaterial
    Fertigbetonelemente
  • Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
    80 Personen
  • Wandstärke
    0,08 Meter
  • Deckenstärke
    0,08 Meter
    Anmerkungen: zzgl. der aufgefahrenen Überdeckung
  • Baubeginn
    1943
  • Inbetriebnahme
    1943
  • Anlage ist noch erhalten
    nein

Lokalisierung

Standort des Objekts


Anmerkungen zum Standort: Die hier bereitgestellten Standortangaben dienen lediglich der Dokumentation.
Viele Objekte befinden sich auf Firmen- oder Privatgrundstücken und sollten ohne Rücksprache mit den entsprechenden Eigentümern weder betreten noch fotografiert werden.

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Bilder

Fotos & Bildmaterial

  • Betontrümmer Heger Friedhof

    Großen Mengen an Betontrümmern, die im Jahr 2012 am Krematorium des Heger Friedhofs freigegelegt wurden. Einige der Betonteile scheinen von einem Deckungsgraben zu stammen.

    Haubrock, 2012
  • Betontrümmer Bewehrung Heger Friedhof

    Betontrümmer mit Bewehrungseisen am Heger Friedhof. Die art der Bewehrung und die Stärke des Betonelements sprechen für ein Fertigbetonteil eines Deckungsgrabens.

    Haubrock, 2012
  • Betontrümmer Heger Friedhof

    Ausgegrabene Betontrümmer hinter dem Krematorium des Heger Friedhofs.

    Haubrock, 2012
  • Betontrümmer Bewehrungseisen Heger Friedhof

    Bewehrungseisen ragen aus einem Betonblock, der sehr wahrscheinlich Teil eines Deckungsgrabens war.

    Haubrock, 2012
  • Trümmer Deckungsgraben Heger Friedhof

    Trümmer eines Fertigbetonbauteils, das sehr wahrscheinlich dem Deckungsgraben am Heger Friedhof zugehörig war.

    Haubrock, 2012

Informationsquellen

Dokumente, Nachweise, Sekundärquellen und Weblinks

Kriegs-Chronik - Register zu Band I bis VII - Anhänge, 1956
Verfasser / Urheber:
Möllmann
Datum:
1956
Anmerkungen:
Der Luftschutzbau in Osnabrück während des zweiten Weltkrieges (1939 / 1945)
Downloads:

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Kriegs-Chronik - Band VI - Juli 1944 bis Oktober 1944
Verfasser / Urheber:
Stadt Osnabrück
Anmerkungen:
Niedersächsisches Landesarchiv; NLA OS, Dep 3 b XV, Nr. 6
Kriegstote des 2. Weltkriegs in Osnabrück
Anmerkungen:
Zusammenstellung verschiedener Quellen

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