Hochbunker Lohstraße / Hasemauer "Lohbunker"

Lohstraße, 49074 Osnabrück

Bauarbeiten am Lohbunker 1941

Bauarbeiten am Lohbunker in der Osnabrücker Altstadt im Jahr 1941

Fotograf unbekannt, unbekanntes Archiv, 1941

Der sogenannte "Lohbunker" war ein Hochbunker in der Osnabrücker Altstadt, gelegen zwischen Lohstraße und Hasemauer, etwa am Standort des heutigen Parkhauses Vitihof.

Mit dem Bau der Luftschutzanlage wurde im Juli 1941 begonnen und konnte nach knapp einem Jahr Bauzeit in Betrieb genommen werden. Die Grundfläche war mit 11,5 Metern Breite und 37,5 Metern Länge dabei in etwa vergleichbar mit dem bereits 1940 begonnenen Hochbunker am Stahlwerksplatz. Allerdings besaß der "Lohbunker" gegenüber seinem viergeschossigen Pendant im Schinkel nur drei Ebenen und fasste daher lediglich 900 Personen. Ein markanter Unterschied zeigt sich auch beim nicht ganz rechteckigen Grundriss des Bunkers, der aus der Vogelperspektive eher einem kleinen "L" entspricht und keine vorgelagerten Eingangsbauwerke aufweist. Man hatte die Schleusen samt Treppenhaus also vollständig in den Bunkerkörper integriert und sie so besser vor Nahtreffern geschützt. Diese Bauart sollte später auch bei den Bunkern am Stahlwerksweg und an der Redlingerstraße auf ähnliche Weise umgesetzt werden. 

Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1942 wurden umgehend Teilbereiche des Erdgeschosses für die Luftschutzpolizei hergerichtet, die von nun an die Koordination der Feuerwehren zur Brandbekämpfung nach Luftangriffen und auch Instandsetzungsarbeiten von hier aus leitete. Die übrigen Räume des Bunkers waren für den öffentlichen Luftschutz freigegeben. Während der schweren Angriffe der letzten Kriegsjahre zählte man hier angeblich bis zu 3.000 Schutzsuchende, also mehr als das Dreifache der Normbelegung.

Trotz der schweren Zerstörungen in der Altstadt blieb der Hochbunker bis ins Jahr 1945 von schweren Schäden verschont. Drei Jahre später wurde der Bau dann jedoch im Auftrag der britischen Militärregierung durch Öffnungen in den Bunkerwänden "entfestigt". So stand der ehemalige Bunker als unübersehbare Ruine gut zehn Jahre als Mahnmal des Krieges in der Osnabrücker Altstadt, bis er Ende der 1950er Jahre neue Begehrlichkeiten weckte. Die Firma Bierhake kauften den Bunker von der Stadt Osnabrück und ließ ihn im Jahr 1960 zum Büro- und Lagerhaus umbauen. Wie lange sich das Unternehmen letztlich an diesem Standort aufhielt, ist nicht bekannt. Der Bunker soll Ende der 1960er abgerissen worden sein. Am Standort des Lohbunkers steht heute das Parkhaus Vitihof.

Zuletzt bearbeitet am von Hauke Haubrock

Daten

Zusammenfassung

  • Bauherr
    Stadt Osnabrück
  • Anzahl Stockwerke
    3
  • Baumaterial
    Eisenbeton
  • Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
    900 Personen
  • Außenmaß - Breite
    37,50 Meter
  • Außenmaß - Länge
    11,50 Meter
  • Baubeginn
    Juli 1941
  • Inbetriebnahme
    1942
  • Anmerkungen zum Zustand
    abgerissen
  • Anlage ist noch erhalten
    nein
  • Anlage galt als relativ bombensicher
    ja

Lokalisierung

Standort des Objekts


Anmerkungen zum Standort: Die hier bereitgestellten Standortangaben dienen lediglich der Dokumentation.
Viele Objekte befinden sich auf Firmen- oder Privatgrundstücken und sollten ohne Rücksprache mit den entsprechenden Eigentümern weder betreten noch fotografiert werden.

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Informationsquellen

Dokumente, Nachweise, Sekundärquellen und Weblinks

Nachweisung über LS.Bunker, LS.Stollen und Oeffentl. Luftschutzräume im Stadtgebiet Osnabrück, 09. November 1945
Verfasser / Urheber:
unbekannt
Datum:
09. November 1945
Anmerkungen:
Abschrift, 5 Seiten, datiert auf den 9.11.1945, Verfasser unbekannt (Möllmann?)
Downloads:

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Bescheidene Frage des Lohbunkers: Was wird denn nun aus mir?, 21. März 1952
Verfasser / Urheber:
Neue Tagespost
Datum:
21. März 1952
Anmerkungen:
Neue Tagespost (NT)
Downloads:

Sie haben Zugriff auf 0 von insgesamt 1 Dateien.

Kriegs-Chronik - Register zu Band I bis VII - Anhänge, 1956
Verfasser / Urheber:
Möllmann
Datum:
1956
Anmerkungen:
Der Luftschutzbau in Osnabrück während des zweiten Weltkrieges (1939 / 1945)
Downloads:

Sie haben Zugriff auf 0 von insgesamt 1 Dateien.

Luftschutz: Neue Aufgaben warten auf uns, 08. Februar 1958
Verfasser / Urheber:
Neue Tagespost
Datum:
08. Februar 1958
Downloads:

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Bunker ausverkauft, 28. Januar 1961
Verfasser / Urheber:
Osnabrücker Tageblatt
Datum:
28. Januar 1961
Downloads:

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Osnabrück 1933 - 1945 - Stadt im Dritten Reich, 1980
Verfasser / Urheber:
Karl Kühling
ISBN:
3-87898-223-2
Datum:
1980
Vom "grauen Mäuschen" zum Anziehungspunkt, 09. Oktober 1982
Verfasser / Urheber:
Neue Osnabrücker Zeitung
Datum:
09. Oktober 1982
Downloads:

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Die Lohstraße in den 30er Jahren, 30. August 2003
Verfasser / Urheber:
Neue Osnabrücker Zeitung
Datum:
30. August 2003
Downloads:

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Der Tag, an dem Osnabrück unterging - 13. September 1944, 2004
Verfasser / Urheber:
Matthias Rickling
ISBN:
3-8313-1478-0
Datum:
2004
Karl Lilienthal: Osnabrück im Bombenkrieg - Aus den Tagebüchern 1942 - 1945, 2005
Verfasser / Urheber:
Hanneliese Cronemeyer, Joachim Herrmann, und Peter Niebaum
ISBN:
3-9810004-6-3
Datum:
2005
Kriegs-Chronik - Band II - Juli 1940 bis August 1941
Verfasser / Urheber:
Stadt Osnabrück
Anmerkungen:
Niedersächsisches Landesarchiv; NLA OS, Dep 3 b XV, Nr. 2 (Neufassung)
Osnabrücker Stadtanzeiger, 08.02.1958
Anmerkungen:
Osnabrücker Stadtanzeiger
Osnabrücker Stadtanzeiger(?), (Februar?) 1950
Anmerkungen:
Zeitung unklar / Osnabrücker Stadtanzeiger(?)
Zusammenstellung über gebaute L.S. Bunker & Stollen
Verfasser / Urheber:
unbekannt
Anmerkungen:
Tabellarische Auflistung der Hoch-Tief- und Stollenbunker in Osnabrück; undatiert, Schreibmaschine, 2 Seiten, Verfasser unbekannt

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