Luftschutzstollen Sentrup

Hermannsweg, 49545 Tecklenburg

Stollenmundloch Luftschutzstollen Sentrup

Das Mundloch des ehemaligen Luftschutzstollens in Sentrup bei Bad Iburg

Haubrock, 2012

Der alte Stollenbunker nördlich von Sentrup, am bekannten Hermannsweg im Freeden gelegen, soll ab 1944 von Anwohnern der nahegelegenen Höfe in Eigenleistung in den Berg getrieben worden sein. Bis in den Sommer 1944 verfügten die Sentruper lediglich über kleinere "Erdbunker" und Deckungslöcher auf ihren Höfen, die bis zu dieser Zeit als völlig ausreichend gegen mögliche Tieffliegerangriffe erschienen.

Am 31. Mai 1944 kam es allerdings zu überraschenden Bombenabwürfen über Sentrup. Acht Sprengkörper gingen auf diversen Höfen nieder. Hierbei wurde der Landwirt Plöger-Wellmann getötet. Nach diesem Schock entschloss sich die Gemeinschaft zum eigenständigen Bau eines bombensicheren Zufluchtsorts. Da Beton und Eisen in ausreichendem Maße zu dieser Zeit weder bezahlbar noch verfügbar waren, kam man in Sentrup zu dem Entschluss, den Bunker in Form eines Hangstollens zu realisieren. Eine steile Kalksteinwand am Sürdrand des Freeden bot hierfür gute Voraussetzungen. Unterstützung für das gewagte Bauvorhaben erhielten die Anwohner von Sprengmeister Heinrich Bentrup. Die Arbeit ging in der Folge so gut voran, dass der Stollen im Herbst 1944 bereits genutzt werden konnte. Ob die Anlage zu dieser Zeit bereits die heutigen Maße hatte, ist aber unklar. 

Wie wichtig ein Bunker für den weiteren Kriegsverlauf noch werden sollte, zeigte sich schon einige Monate später. Am 19. September 1944 erfolgte der zweite überraschende Bombenabwurf. 12 Sprengbomben zerstörten den Hof Broxtermann unweit des Stollens. Durch die Bomben kamen die Broxtermann-Söhne Bernhard (6 Jahre) und Franz (12) sowie die Nichte Anneliese Decker ums Leben. Die Nachbarschaft hatte sich im Stollen in Sicherheit bringen können, so heißt es.

Im Jahr 2008 wurde die Idee geäußert, den Stollen im Rahmen der Dorferneuerung in Sentrup zu restaurieren und ihn als Mahn- und Erinnerungsstätte zugänglich zu machen. Bisher ist diese Überlegung jedoch leider nicht in die Tat umgesetzt worden. Heute ist der "Bunker" in der Felswand am Herrmannsweg zwar noch erhalten, allerdings zeugen lediglich einige Aufmauerungen und vereinzelte Holzbohlen noch von der einstigen Funktion des Stollens. Auch scheinen Verbrüche der Anlage zugesetzt zu haben.

Zuletzt bearbeitet am von Hauke Haubrock

Daten

Zusammenfassung

  • Bauherr
    Anwohner
  • Baubeginn
    Sommer 1944
  • Inbetriebnahme
    1944
  • Heutige Nutzung
    ungenutzt
  • Anlage galt als relativ bombensicher
    ja
  • Anlage ist noch erhalten
    ja

Lokalisierung

Standort des Objekts

Anmerkungen zum Standort:

Die hier bereitgestellten Standortangaben dienen lediglich der Dokumentation.
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