Deckungsgraben Pottgraben

Pottgraben, 49074 Osnabrück

Bauarbeiten Deckungsgraben Pottgraben

Ausschachtungsarbeiten für den Deckungsgraben am Pottgraben im Jahr 1939. Im Hintergrund sind die Konditorei Friedrich Meyer (links), die Neue Mühle (mitte) sowie das Pottgraben-Bad (rechts) zu sehen.

Unbekannter Fotograf, unbekanntes Archiv, 1939

Der öffentliche Deckungsgraben am Pottgraben wurde bereits im Jahr 1939 als kleiner Splittergraben für den Luftschutz angelegt. Man wählte als Standort einen Grünstreifen (ehem. Bleich-Wiese) an der Straßenkreuzung Pottgraben und Johannisfreiheit gegenüber der Konditorei Friedrich Meyer, etwa auf Höhe des heutigen Hauses Johannisfreiheit 5. 1943 wurde der Graben durch Fertigbetonteile in Schnellbauweise verstärkt und mit einer Abschlußdecke aus Stahlbeton versehen. Hier sollten nach offiziellen Angaben nun 200 Personen Deckung finden können. Die Anlage erhielt aufgrund ihres Standorts relativ hohen Zuspruch, da der nächste bombensichere Bunker erst am Osnabrücker Hauptbahnhof zu finden war.

Bei dem schweren Luftangriff des 13. Septembers 1944, dem nahezu die gesamte Osnabrücker Alt- und Neustadt zum Opfer fiel, erhielen auch zahlreiche Deckungsgräben im betroffenen Stadtgebiet Volltreffer durch alliierte Sprengbomben. Am Hauptbahnhof, an der Roopstraße, der Hansastraße (Nr 7?), der Wachsbleiche und auch am hier behandelten Deckungsgraben Pottgraben forderten Bomben einen hohen Tribut. Zeitzeuge Friedhelm Kükelhahn berichtete uns über diesen Tag:

Ein anderes Mal sollten wir in den Erdbunker vor dem Pottgrabenbad. Mein Arbeitskollege und ich sind aber zu unseren Eltern in den Kalkhügelstollen gelaufen. Nach der Entwarnung sind wir wieder so schnell es ging zur Arbeitsstelle zum Pottgraben gerannt. Als wir ankamen sahen wir, dass unser Chef uns unter den Toten suchte, dies sie schon aus dem Erdbunker geholt hatten. Der Bunker hatte einen Volltreffer erhalten.

Unter den Toten befanden sich unter Anderem sechs Niederländer, zwei Ukrainer, zwei "Ostarbeiter", drei Polen und drei Franzosen, welche zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden.

Zuletzt bearbeitet am von Hauke Haubrock

Daten

Zusammenfassung

  • Baubeginn
    1939
  • Bauherr
    Stadt Osnabrück
  • Bauausführung durch
    Technische Nothilfe (TN)
  • Erweiterung / Ausbau
    1943
  • Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
    200 Personen
  • Anmerkungen zum Zustand
    abgerissen, Grundstück bebaut
  • Anlage ist noch erhalten
    nein

Lokalisierung

Standort des Objekts

Anmerkungen zum Standort:

Die hier bereitgestellten Standortangaben dienen lediglich der Dokumentation.
Viele Objekte befinden sich auf Firmen- oder Privatgrundstücken und sollten ohne Rücksprache mit den entsprechenden Eigentümern weder betreten noch fotografiert werden.

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