Tiefbunker Rosenplatz

Rosenplatz, 49074 Osnabrück

Bauarbeiten am Rosenplatz-Tiefbunker

Bauarbeiten am Rosenplatz-Tiefbunker im Jahr 1940

Fotograf unbekannt, unbekanntes Archiv, 1940

Der Luftschutzbunker unter dem Osnabrücker Rosenplatz war die erste fertiggestellte bombensichere Luftschutzanlage in der Stadt Osnabrück, welche explizit für den Luftschutz errichtet wurde. Begonnen im Jahr 1940 im Rahmen des Führer- bzw. Luftschutz-Sofortprogramms, sollten hier nach Fertigstellung in fünf Räumen 245 Personen bequem Platz finden.

Der Bunker, welcher bis heute unter der Asphaltdecke des Rosenplatzes erhalten geblieben ist, besitzt eine Länge von 50,30 Metern und ist 11,55 Meter breit. Die Wandstärke beträgt 1,80 Meter, die Decke ist 1.40 Meter stark.

Errichtet wurde der Stahlbetonbunker mit zwei Zugängen, auf Höhe des Hauses Rosenplatz 16 und an der Ecke Rosenplatz und Kommenderiestraße (heute etwa auf Höhe der Ampelanlage).

Bauarbeiten am Rosenplatz-Tiefbunker 1940

Blick in die Baugrube des Rosenplatz-Tiefbunkers im Jahr 1940.

Fotograf unbekannt, unbekanntes Archiv, 1940

Aufgrund des enormen Arbeits- und Materialaufwands beim Bau dieses unterirdischen Bunkers, blieb diese Anlage der einzige in Osnabrück realisierte Tiefbunker. Das Verhältnis von Aufwand und erreichter Kapazität war hier schlichtweg nicht zufriedenstellend. In der Folge ließ die Stadt daher von weiteren Tiefbunkerbauten im Stadtgebiet ab und richtete sein Augenmerk stattdessen auf den Bau mehrstöckiger oberirdischer Stahlbetonbunker, deren Bau in Bezug auf die erreichbare Schutzraumkapazität schneller und effizienter zu realisieren war.

Nach dem Krieg, als alle Bunker auf deutschem Gebiet entfestigt, also unbrauchbar gemacht werden sollten, ging man auch am Rosenplatz dazu über, eine weitere Nutzung der Anlage im Rahmen des Luftschutzes unmöglich zu machen.

Letztlich blieb es aber nur bei der Sprengung der Zugänge.

Zeitzeuge Wolfgang Glosemeyer schrieb uns hierzu:

"Ich kenne den Bunker aus meiner Kindheit. Die beiden Eingänge wurden Ende der 40er Jahre von den Engländern gesprengt. Da damals nur 4 Häuser in der Nähe waren, wurde darum auch kein großer Aufwand betrieben. Um die Abdeckungen der Treppenhäuser wurden Sandsäcke gestapelt, wir mussten die Fenster und Türen öffnen und die Häuser verlassen. Dann hat es gerumst, die Sandsäcke wurden wieder aufgeladen und das entstandene Loch mit den Trümmern zugeschüttet. Als Kinder hat uns nur interessiert, dass wir ab dem Zeitpunkt keine Rutschbahn mehr hatten. Dafür war unser Bolzplatz etwas größer."

Über die Jahre geriet der Bunker beinahe in Vergessenheit. Die Zugänge waren verschüttet, über dem Bunker lief nun der Straßenverkehr. Erst gute 60 Jahre später kam die Anlage wieder ans Tageslicht. Im Rahmen der Neugestaltung des Rosenplatzes wurde die alte Asphaltdecke abgetragen und Teile des Bunkers freigelegt. Zeitzeuge Glosemeyer begleitete die Ausgrabungsarbeiten mit seiner Kamera und stellte uns die Bilder freundlicher Weise zur Verfügung. Vielen Dank!

Zuletzt bearbeitet am von Hauke Haubrock

Daten

Zusammenfassung

  • Bauherr
    Stadt Osnabrück
  • Anzahl Stockwerke
    1
  • Heutige Nutzung
    ungenutzt, eingänge verfüllt
  • Baumaterial
    Stahlbeton
  • Aufnahmekapazität (offiz. Angaben)
    245 Personen
  • Außenmaß - Breite
    11,55 Meter
  • Außenmaß - Länge
    50,30 Meter
  • Wandstärke
    1,80 Meter
  • Deckenstärke
    1,40 Meter
  • Baubeginn
    Dezember 1940

Lokalisierung

Standort des Objekts


Anmerkungen zum Standort: Die hier bereitgestellten Standortangaben dienen lediglich der Dokumentation.
Viele Objekte befinden sich auf Firmen- oder Privatgrundstücken und sollten ohne Rücksprache mit den entsprechenden Eigentümern weder betreten noch fotografiert werden.

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Informationsquellen

Dokumente, Nachweise, Sekundärquellen und Weblinks

Nachweisung über LS.Bunker, LS.Stollen und Oeffentl. Luftschutzräume im Stadtgebiet Osnabrück, 09. November 1945
Verfasser / Urheber:
unbekannt
Datum:
09. November 1945
Anmerkungen:
Abschrift, 5 Seiten, datiert auf den 9.11.1945, Verfasser unbekannt (Möllmann?)
Downloads:

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Er hält nicht, was er verspricht: Der Hotelweiser am Bahnhof, 25. Januar 1950
Verfasser / Urheber:
Osnabrücker Tageblatt
Datum:
25. Januar 1950
Downloads:

Sie haben Zugriff auf 0 von insgesamt 1 Dateien.

Kriegs-Chronik - Register zu Band I bis VII - Anhänge, 1956
Verfasser / Urheber:
Möllmann
Datum:
1956
Anmerkungen:
Der Luftschutzbau in Osnabrück während des zweiten Weltkrieges (1939 / 1945)
Downloads:

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Der Tag, an dem Osnabrück unterging - 13. September 1944, 2004
Verfasser / Urheber:
Matthias Rickling
ISBN:
3-8313-1478-0
Datum:
2004
Kriegs-Chronik - Band II - Juli 1940 bis August 1941
Verfasser / Urheber:
Stadt Osnabrück
Anmerkungen:
Niedersächsisches Landesarchiv; NLA OS, Dep 3 b XV, Nr. 2 (Neufassung)
Zusammenstellung über gebaute L.S. Bunker & Stollen
Verfasser / Urheber:
unbekannt
Anmerkungen:
Tabellarische Auflistung der Hoch-Tief- und Stollenbunker in Osnabrück; undatiert, Schreibmaschine, 2 Seiten, Verfasser unbekannt

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